Sammlung

Das Jüdische Museum der Schweiz beherbergt Objekte aus 2000 Jahren von Basel bis Riga, von Aleppo bis Eilat und von Spanien bis Südamerika. Sammlungsschwerpunkte sind Zeremonialobjekte aus Silber, rituelle Textilien aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert und Dokumente zur Kulturgeschichte der Jüdinnen und Juden in der Schweiz. Mit einer stetig wachsenden Gegenwartssammlung richtet das Museum den Fokus auch auf zeitgenössische Judaica, Alltagsobjekte und Kunst.

Das Muse­um macht sei­ne Samm­lung nach und nach auf der online-Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia für die For­schung und Ver­mitt­lung zugäng­lich, bei­spiels­wei­se die «Len­gnau­er Map­pot», eine Samm­lung von 218 Tora­wim­peln, die sich über fast drei Jahr­hun­der­te erstreckt und damit eine der gröss­ten zusam­men­hän­gen­den Samm­lun­gen einer bekann­ten Gemein­schaft darstellt.

Die ers­ten Gegen­stän­de, die im Jüdi­schen Muse­um der Schweiz gezeigt wur­den, stam­men aus der Judai­ca-Samm­lung des Schwei­ze­ri­schen Muse­ums für Volks­kun­de (jetzt Muse­um der Kul­tu­ren Basel). In den fol­gen­den Jah­ren wur­de die Samm­lung durch Objek­te aus Basel und der Regi­on Ober­rhein, aus den bei­den Surb­ta­ler Juden­dör­fern Endin­gen und Len­gnau sowie aus der übri­gen Schweiz und Euro­pa erweitert.

Als his­to­risch ein­zig­ar­tig gel­ten die monu­men­ta­len mit­tel­al­ter­li­chen Grab­stei­ne und die Bas­ler hebräi­schen Dru­cke. Doku­men­te zu den Bas­ler Zio­nis­ten­kon­gres­sen und Ori­gi­nal­brie­fe von Theo­dor Herzl, des Autors von «Der Juden­staat», zei­gen Basel als Stadt, die Welt­po­li­tik gemacht hat.

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Highlights

Beschneidungsbank
von 1791

Diese Beschneidungsbank wurde laut Inschrift 1791 geschnitzt und 1973 für die Sammlung des Museums angekauft. Sie diente in einer Synagoge in Deutschland als Sitzgelegenheit für die Zeremonie der Beschneidung, der Brit Mila.

Dabei sitzt auf einem Platz der Sandak (Pate) mit dem Baby, wäh­rend der zwei­te Platz für den Pro­phe­ten Elia frei­ge­hal­ten wird. Die Inschrift ver­weist auf die­se Tra­di­ti­on, in dem sie Wor­te aus dem ers­ten Buch Mose zitiert: “Dies ist der Stuhl des Elia (es sei sei­ner) gedacht zum Guten” “Und ihr sollt beschnei­den das Fleisch eurer Vor­haut”. (Gen. 17.11.).

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Taschenuhr
aus la Chaux-de-Fonds

Diese Taschenuhr aus Silber und Messing wurde 1901 von Jules Levy in La Chaux-de-Fonds hergestellt, wie aus der Inschrift zu lesen ist: „Jules Levy. Chaux-de-Fonds. Tischri 5662. Mon cher oncle.“ Levys „lieber Onkel“ war Aron Rhein.

Tischri ist der ers­te Monat des jüdi­schen Kalen­der­jah­res, das zwi­schen Sep­tem­ber und Okto­ber beginnt. Die Stun­den­zif­fern wer­den hier durch hebräi­sche Zei­chen dar­ge­stellt, weil die Buch­sta­ben auch einen Zah­len­wert besit­zen. Die 1833 gegrün­de­te jüdi­sche Gemein­de von La Chaux-de-Fonds wuchs schnell und zähl­te rund 900 Mit­glie­der, als die loka­le Uhren­in­dus­trie um 1900 ihren Höhe­punkt erreichte.

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Lengnauer Mappot

Eine der umfangreichsten Sammlungen von Mappot wurde in den 1960er Jahren im Surbtal im Schweizer Kanton Aargau gefunden. Die 218 Wickelbänder, die auf der Frauenempore der Synagoge in Lengnau lagerten, erstrecken sich über drei Jahrhunderte.

Das ältes­te stammt aus dem Jahr 1655. 1967 wur­den die Wim­pel durch Flo­rence Gug­gen­heim-Grün­berg unter­sucht. Sie sind heu­te Teil der Samm­lung des Jüdi­schen Muse­ums der Schweiz.

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Toramantel
aus Endingen

Dieser Toramantel wurde 1967 im Lagerraum der Synagoge in Endingen (Aargau) gefunden und da er nicht mehr in Verwendung war, ins Museum übergeben.

Es han­delt sich bei dem Mate­ri­al um fran­zö­si­sche Sei­de des 18. Jahr­hun­derts, die ursprüng­lich als Damen­kleid, viel­leicht sogar als Hoch­zeits­kleid, ver­wen­det und spä­ter zu einem Tora­man­tel umge­stal­tet wurde.

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Lichtdrucke
zum Ersten Zionistenkongress

Durch das Lichtdruckverfahren, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde, war es relativ einfach, Hunderte von Fotografien auf einmal herzustellen. Dieser Lichtdruck zeigt die 162 Teilnehmer des Ersten Zionistenkongresses, der 1897 in Basel stattfand.

Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Teil­neh­men­den waren Män­ner, ver­ein­zelt nah­men aber auch eini­ge Frau­en teil, durf­ten aber nicht wäh­len. Ihre Fotos befin­den sich in der unters­ten Reihe.

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Pass
mit Judenstempel

Am 30. Dezember 1938 wurde der deutsche Pass von Agathe Süss mit einem „J“ gestempelt, um sie als Jüdin zu kennzeichnen, aus demselben Grund der zweite Vorname Sara eingefügt.

Da ihre Toch­ter mit einem Schwei­zer ver­hei­ra­tet war, konn­te sich die 63-Jäh­ri­ge ein Visum für die Schweiz beschaf­fen. Süss hat sich mit ihrem Schwie­ger­sohn in Basel nie­der­ge­las­sen und konn­te so dem Holo­caust entfliehen.

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